Vereinsgeschichte

Wie alles begann ...

"Beweis guter Jugendarbeit", "Kreisstandarte für die Woltorfer Reiter", "Die Gastgeber schnitten überall am besten ab!, "Siege für die Woltorfer", ... beim Blick ins Vereinsarchiv wird sofort klar: Die fast 60 jährige Geschichte des Reit- und Fahrvereins Woltorf ist eine Geschichte des sportlichen Erfolgs, an der viele Pferde- und Reitbegeisterte mitgeschrieben haben. Dabei stand am Anfang gar nicht der sportliche Gedanke, sondern ......

Gründung im Jahr 1948

1948 lockerte die Besatzungsmacht das Verbot mit der Auflage, dass der Vorstand vor seiner Zulassung entnazifiziert werden mußte. In der Gründungsversammlung im Dezember 1948 schlugen 27 Teilnehmer folgenden Vorstand vor: Vorsitzender Dr. Gerhard Becker, Stellvertreter Helmut Ehlers sen., Schriftführer Heinz Meier und Kassenführer Willi Plünnecke. Bedenken gegen sie gab es nicht, und so konnte der Vorstand die Arbeit aufnehmen.

Um sich vor umherziehenden und stehlenden Horden zu schützen, hatten die Woltorfer 1946/47 die Feldwachen eingeführt. "Erst waren wir zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs", errinert sich Willi Plünnecke. "Robert Künnemann (Senior) hatte die Idee, dass wir eigentlich auch reiten könnten. Er organisierte das und war dabei natürlich voll in seinem Element." In jener Zeit war die Gründung von Reitvereinen noch von der britischen Militärregierung verboten, da Reitvereine angeblich der militärischen Ausbildung dienten.

Der Reitergeneral

Maßgeblichen Anteil am Erfolg des Vereins hatte Reitlehrer Robert Künnemann sen., der "Reitergeneral" wie er von vielen genannt wurde. Als Landwirt, Reiter und Züchter hatte er sich den Pferden verschrieben und selbst im hohen Alter von 60 Jahren nahm er noch jede Hürde. Er hat Turniere organisiert, Jugendabteilungen aufgebaut und Jagden veranstaltet. Er hat zudem eine der ersten Voltigiergruppen im Landesverband gegründet und er hat den Fahrsport gefördert.

 

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Der Sport

1949 nahmen die Mitglieder schon an den ersten Turnieren teil. Zu den Veranstaltungen wurde mit der Kutsche gefahren oder geritten Geritten wurde alles was Pferd hieß: Kaltblüter, schwere Oldenburger, Ostfriesen und Hannoveraner, soweit vorhanden. Eben auf allen Arbeits- und Kutschpferden, die zur Verfügung standen. 1950 wurde bereits das erste Turnier veranstaltet. Es fand auf dem Stoppelfeld von Richard Gödecke auf dem Westerberg statt. Einige 1000 Zuschauer verfolgten den Sport. 1951 zgen die Woltorfer Reiter auf den heutigen Reitplatz an der Vechelder Straße um. 1953 findet in Woltorf die größte Pferdeleistungsschau mit über 600 Nennungen nach dem Krieg statt. Bester ländlicher Reiter und somit Kreismeister wurde Klaus Kellner auf Rosi, der 3. Platz ging an unseren Richard Gödecke mit Admiral. Als die Motorisierung in der Landwirtschaft zunahm, wurde es zunächst mit dem Reitsport weniger. Einige blieben aber trotzdem dabei und hielten Woltorfs Fahne auf vielen Turnieren hoch. Robert Künnemann jun., Annegret und Werner Bergmann sowie Hans-Heinrich Berkhoff waren zu dieser Zeit besonders erfolgreich. Heute ist der Verein wieder in vielen Sparten der Reiterei vertreten und ist erfolgreich vom Jugend- und Nachwuchsbereich bis in die höchsten Klassen des Dressur- und Springreitens.

 

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Führungswechsel im Verein

1972 wird Dr. Seele zum 1. Vorsitzenden gewählt und löst damit Helmut Ehlers sen. ab. 1975 übernimmt Günter Brandes den Vorsitz und übt dieses Amt stolze 23 Jahre aus! 1998 wird Frank Giesecke zum Nachfolger gewählt. Seit 2006 ist Inga Selenz die 1. Vorsitzende und beweist, dass auch Frauen dieser Aufgabe locker gewachsen sind.

Der Hallenbau - ein langer Ritt !

Als der Verein 25 Jahre alt wurde, waren viele Siege schon errungen, Schleifen und Pokale gesammelt. Zunehmend war aber ein Wunsch in den Vordergrund gerückt: Eine eigene Reithalle! Die "Künnemänner", mittlerweile war ja Robert junior in die Fußstapfen seines Vaters getreten, gaben in der Scheune von Reinhard Schlüter in Dungelbeck Longenunterricht. Zeitweise hatten die Woltorfer die Reithallen in Peine und Vechelde gemietet. Zwei Winter lang ritten sie bei Günter Brandes in  Essinghausen in der Maschinenhalle. Das alles waren Übergangs- jedoch keine Dauerlösungen. Bis die eigene Halle 1984 eingeweiht wurde, war es reichlich langer Ritt mit vielen Hürden: Mehrfach waren Zuschußanträge zurückgestellt worden, außerdem gab es baurechtliche Verzögerungen. Günter Brandes und Helmut Ehlers jun. ließen aber nicht locker. 1983 kauften die Woltorfer eine gebrauchte Reithalle in Burgdorf/bei Salzgitter, die in Eigenarbeit erst abgebaut, nach Woltorf transportiert und dann wieder aufgebaut wurde.


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